Plenarveranstaltung I

„Antinomien kultureller Aneignungen“

 

Organisation: Hans Peter Hahn

Kulturelle Aneignung ist ein fundamentaler Prozeß kulturellen Wandels; die kreative Auseinandersetzung mit fremden Kulturen steht dabei im Vordergrund. Neue Kulturphänomene werden transformiert und gelten innerhalb kurzer Zeit als „lokale“ oder gar „traditionelle“ Bestandteile einer Gesellschaft. Kulturelle Aneignung negiert damit scheinbar unauflösliche Widersprüche und erklärt, warum es so etwas wie dauerhafte „kulturelle Grenzen“ nicht geben kann. Dennoch erzeugt kulturelle Aneignung auch neue Widersprüche, etwa indem sie zur Integration von Kulturphänomenen
führt, die letztlich zum Verlust von Bedeutung oder gar der Auflösung anderer Kulturerscheinungen führen. Die in der Plenarveranstaltung zusammengetragenen Referate beleuchten in herausragender Weise höchst problematische, kontrovers diskutierte Felder kultureller Aneignung und thematisieren damit zugleich wichtige zukünftige Forschungsfelder der Ethnologie. Die Auswahl der Referentinnen verspricht zugleich die Erörterung
wichtiger zukünftiger Forschungsthemen.

 

Referentinnen

Erdmute Alber (Bayreuth): Alles Aneignung? Globale Kinderrechtskonventionen
und arbeitende Jugendliche in Westafrika

Helene Basu (Münster): Schizophrenie in der indischen Moderne

Eveline Dürr (München): Anpassungsstrategien in transkulturellen Begegnungen

Birgitt Röttger-Rössler (Berlin): Das Schweigen der Ethnologen. Zur Unterrepräsentanz
des Faches in interdisziplinären Forschungsfeldern

Dorothea Schulz (Köln): Mediale Vernetzung, aesthetische Aneignung und die
Grenzen moralischer Gemeinschaft in Mali

 

Termin / Ort

Donnerstag, 01.10.2009, 09:30 bis 11:00 Uhr und 11:30 bis 13:00 Uhr
Casino Festsaal (Raum 823)